Die Beschäftigung mit der Vergangenheit zielt in einer nie gekannten Intensität auf historische Authentizität. Dies zeigt sich an dem Wert, der „authentischen Objekten“ in Museen, Sammlungen und Archiven ebenso zugesprochen wird wie „authentischen Orten“, seien es historische und historisierende Bauten, städtische Ensembles oder Gedenkstätten. Die regelrechte Sehnsucht nach „authentischen Erfahrungen“ in der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit begegnet uns darüber hinaus in der Wertschätzung von Traditionen, von Zeitzeugen oder im Re-Enactment. Sie ist begleitet von der Suche nach dem vermeintlich "Echten" und dem Bestreben, das "Wahre" und "Originale" zu erhalten.

Der Leibniz-Forschungsverbund "Historische Authentizität" untersucht in transdisziplinärer und internationaler Perspektive, wie historische und zeitgenössische Authentizitätsvorstellungen den Umgang mit dem kulturellen Erbe beeinflusst haben. Er erforscht die damit verbundenen Bestrebungen zur Autorisierung von Vergangenheit durch Authentifizierung und Authentisierung anhand der Rekonstruktion und Konservierung von historischen Spuren, der kulturellen Speicher- und Formungsfunktion von Sprache, der Entwicklung von Schulbüchern und Karten ebenso wie der Konzeption von Museen, Archiven, Denkmälern und Gedenkstätten.

Der Leibniz-Forschungsverbund "Historische Authentizität" vereint historische Grundlagenforschungsinstitute, Forschungsmuseen und bildungswissenschaftliche Einrichtungen, die den Bogen von den Geschichts- und Kulturwissenschaften zu den Sozial-, Technik- und Lebenswissenschaften schlagen.